zeitumstellung

Uns allen blüht morgen wieder die ungeliebte Zeitumstellung auf die Sommerzeit, für alle Spät- und Nachtaktiven eine echte Daumenschraube aus dem Instrumentarium des Bösen. Die Abschaffung ist längst überfällig, gibt es doch keinen nennenswerten Vorteile wie etwa die erhofften Energieeinsparungen. Allein die Qual der Betroffenen mit ihren geröteten Augen und leeren Blicken schreit zum Himmel, und man denke außerdem nur an die Schwächung des Immunsystems infolge Schlafmangels. DER SPIEGEL widmete sich diesem Thema in dem lesenswerten Artikel „Zeitumstellung: Die Sommerzeit – ein übler Scherz“. Darin ist zu lesen:

Der britische Baulöwe William Willet [sic!] (1856-1915) kämpfte jahrelang für die Einführung der Sommerzeit. Um die Umstellung weniger schmerzhaft zu machen, schlug er vor, die Uhr nicht auf einmal vorzudrehen, sondern an vier aufeinanderfolgenden Sonntagen um nur jeweils zwanzig Minuten, um insgesamt eine Stunde und zwanzig Minuten also.

„Dann sollten wir gleich mitbeschließen“, lästerte der britische Chef-Astronom, „dass von Oktober bis März das Thermometer zehn Grad hochgeschraubt werden möge.“ Willets komplizierter Plan scheiterte. Enttäuscht starb er 1915.

Solche Formulierungen finde ich herrlich. Der Schlusssatz impliziert, dass Willetts ganzes Sinnen und Trachten der Verwirklichung dieses Lebenstraums gegolten habe; vor lauter Gram über die verwehrte Erfüllung sei er daran zugrunde gegangen. Im Wikipedia-Artikel zu seiner Person kann man allerdings nachlesen, dass ihn nicht die Enttäuschung, sondern eine Influenza dahinraffte.

Ein Beispiel uns zur Mahnung, mit dem Schlaf und dem Immunsystem kein Schindluder zu treiben.